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(Schluss)-Bericht D-Mädchen

Erismann Daniel 17.05.2017

Im letzten Frühling fand das erste Training in den Sportanlagen St. Jakob statt. Sechs topmotivierte Mädchen erwarteten das erste Training. Bereits nach ein paar wenigen Trainings meldeten wir uns für das Pfingstturnier des BSC Old Boys Basel an. Mit einer Spezialbewilligung durften wir bei den E-Juniorinnen teilnehmen. Überraschenderweise konnten wir das Turnier gewinnen. Dies war der Startschuss, dass das Mädchenteamprojekt weiter verfolgt werden kann.

Damit wir ab Sommer 2016 ein D-Team stellen konnten, wurden die Girls angehalten weitere Spielerinnen zu organisieren. Innerhalb weniger Wochen waren wir bis zu 10 Mädchen im Training. Somit fiel die Entscheidung relativ leicht, dass eine Mannschaft für die Saison 2016/17 angemeldet werden kann.  Während der gesamten Herbstrunde unterstützten uns die Jungs aus den anderen D-Mannschaften. Trotzdem waren wir gegen die meisten Gegner hoffnungslos überfordert. Allerdings gelang uns gegen AS Timau der erste Sieg. Dieser fühlte sich - vorallem für die Mädchen - wie ein Weltmeistertitel an.

Im Winter setzten wir uns das Ziel, dass wir die Frühlingsrunde ohne "männliche" Unterstützung bestreiten wollen. Es war uns von Anfang an klar, dass die Niederlagen noch höher ausfallen werden. Alle Spielerinnen waren - und sind es immer noch - bereit, diese in Kauf zu nehmen. Trotz unserer Niederlagen im hohen zweistelligen Bereich (über 20 Tore) sind die Mädchen weiterhin topmotiviert. Als wir gegen AS Timau das erste Goal schossen, war der Jubel grenzenlos.

Zwischenzeitlich sind wir bis zu 19 Mädchen im Training. Der Altersunterschied ist allerdings hoch. Die Jüngsten haben Jahrgang 2007 und die Ältesten 2004.

Jetzt haben wir noch 4 Spiele vor uns. Wir hoffen, dass wir noch ein paar Tore schiessen können damit das Erfolgsgefühl in die neue Saison mitgenommen werden kann.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Hansueli Wüthrich recht herzlichst bedanken. Ohne sein Engagement, seine Mithilfe und Bereitschaft, hätte dieses Mädchenteam nie aufgebaut werden können. Ich schätzte während der gesamten Zeit seine grosse Erfahrung und bin überzeugt, dass ohne ihn der Kinderfussball beim SC Steinen nicht so grossen Erfolg hätte.

Solange jedoch Kollegentrainer immer noch der Meinung sind, dass sie lieber mit zuwenig Spieler an den Meisterschaftsspielen teilnehmen als dass sie ein Mädchen zusätzlich aufbieten, ist der Frauenfussball in der Gesellschaft immer noch nicht richtig angekommen. Ich hoffe, dass diese veralteten Vorurteile bald einmal "aussterben"^.

Dieses Jahr war für mich enorm spannend. Es war herrlich zuzuschauen wie sich das Team entwickelt und dass vorallem ein "Wirgefühl" entsteht. Ich bin überzeugt, dass in der nächsten Saison der erste Sieg Tatsache wird und dass in ein paar Jahren die ersten Spielerinnen in das Aktivteam integriert werden können.

Ich selber werde den Verein Ende Saison verlassen. Ich werde mich einem neuen Club (Aargau) anschliessen und das Frauenteam übernehmen. Ich freue mich auf die neue Aufgabe.

 

Daniel Erismann